Diagnose

Diagnose BChE Mangel

Die Diagnose eines BChE Mangel sollte immer über einen Gentest des BCHE Gens festgestellt werden!

Eine Untersuchung der Cholinesterasen (CHE) im Blut ist nicht aussagekräftig für einen genetisch bedingten BChE Mangel.

Die Hauptvarianten können auch über einen Enzymaktivitätstest festgestellt werden. Ein Gentest ist dem Aktivitätstest vorzuziehen.

Genuntersuchungen

Laut deutschem Gendiagnostikgesetz kann jede Mediziner*in mit dem Laborschein 10 Genuntersuchungen veranlassen, dies geht nicht zu Lasten der Ärzte (des Laborbudgets) und werden von den deutschen Krankenkassen übernommen.

Am sinnvollsten ist eine Untersuchung durch Humangenetiker*innen, die neben dem BCHE Gen noch weitere Gene, die mit den Beschwerden im Zusammenhang stehen könnten, untersuchen können. Für die Untersuchung benötigt man einen Überweisungsschein von Allgemeinmedizinern. Für Umweltmedizinern*innen benötigt man eine Überweisung von Allergolog*innen.

Bei meinem Pharmakologen/Toxikologen war keine Überweisung notwendig, am besten man klärt das bei der Terminreservierung ab.

Auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Humangenetik ist ein Adressverzeichnis für genetische Beratungseinrichtungen für Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden.

https://www.gfhev.de/de/beratungsstellen/beratungsstellen.php

Informationen zur BCHE Genuntersuchung in Österreich stehen auf der Seite der MedUni Wien bereit.
https://anaesthesie.meduniwien.ac.at/anaesthesie-b/patientinneninformationen/pharmakogenetische-ambulanz/atypische-cholinesterase/

Aus persönlichen Erfahrungen kann ich berichten, dass es nicht einfach ist einen Allgemeinmediziner oder Facharzt von einer genetischen Untersuchung zu überzeugen.

Deshalb sind hier einige Informationen bezüglich Genuntersuchungen zum BCHE Gen über die Kasse und privat zu finden. Es macht Sinn bereits vorab ein Labor, das Genuntersuchungen durchführt, zu suchen und die normale Vorgehensweise abzuklären. Somit kann man die Ärzte, bei der Entscheidung eine Genuntersuchung durchzuführen, unterstützen.

Das Institut für Pharmakogenetik und genetische Dispositionen (IPgD) beschreibt auf deren Webseite den Ablauf von Genuntersuchungen sehr gut. Das Labor bietet viele Genuntersuchungen an, speziell zur Pharmakogenetik. Notwendiges Material kann oft kostenlos telefonisch im Labor bestellt werden.

Auszug IPgD Labor

… Humangenetische Untersuchungen können für gesetzlich Versicherte bei medizinischer Indikation über den Laborschein 10 (unter Angabe der Verdachtsdiagnose und der gewünschten Untersuchung als Auftragsleistung) angefordert werden. Die Kosten humangenetischer Untersuchungen gehen nicht zu Lasten des Laborbudgets des überweisenden Arztes. Für privat Versicherte erfolgt die Abrechnung entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) über unseren Anforderungsbogen mit Preisen. …

Laut Gen-Diagnostik Gesetz § 3 Nr. 7 GenDG ist die Untersuchung des BCHE Gens eine diagnostische Untersuchung wofür keine Beratung durch einen Humangenetiker notwendig ist. Für vorsorgliche genetische Untersuchungen (= prädiktiv = für zukünftig auftretende Krankheiten oder zur Klärung der Vererbung an Nachkommen) ist eine Beratung durch einen Humangenetiker notwendig.

Eine Information der Ärztekammer Berlin hat den Unterschied zwischen diagnostischen und prädiktiven genetischen Untersuchungen wie folgt erklärt.

… Was ist unter einer sog. diagnostischen und was unter ein sog. prädiktiven genetischen Untersuchung zu verstehen?

Unter diagnostischen genetischen Untersuchung versteht das GenDG (§ 3 Nr. 7 GenDG) eine genetische Untersuchung zu medizinischen Zwecken mit dem Ziel
a) der Abklärung einer bereits bestehenden Erkrankung oder gesundheitlichen Störung,
b) der Abklärung, ob genetische Eigenschaften vorliegen, die zusammen mit der Einwirkung bestimmter äußerer Faktoren oder Fremdstoffe eine Erkrankung oder gesundheitliche Störung auslösen können,
c) der Abklärung, ob genetische Eigenschaften vorliegen, die die Wirkung eines Arzneimittels beeinflussen können, oder
d) der Abklärung, ob genetische Eigenschaften vorliegen, die den Eintritt einer möglichen Erkrankung oder gesundheitlichen Störung ganz oder teilweise verhindern können.

Unter einer prädiktiven genetischen Untersuchung versteht das GenDG (§ 3 Nr. 8 GenDG) eine genetische Untersuchung mit dem Ziel der Abklärung
a) einer erst zukünftig auftretenden Erkrankung oder gesundheitlichen Störung oder
b) einer Anlageträgerschaft für Erkrankungen oder gesundheitliche Störungen bei Nachkommen. …

Vorgehensweise nach ärztlicher Zustimmung

Der Arzt, die Ärztin nimmt das Blut (oder Speichel) ab, legt den Laborschein 10 mit dem Hinweis zur Untersuchung des BCHE Gens und die unbedingt notwendige Einwilligungserklärung zur Genuntersuchung (Download siehe IPgD Labor) des Patienten bei und versendet alles an das ausgewählte Labor. Den Versand kann man auch selbst durchführen. Testsets können in den Laboren angefordert werden, die meisten Ärzte haben Material für Abstriche in den Praxen.

Falls man seine Ärzte mit diesen Hinweisen nicht überzeugen kann, besteht die Möglichkeit Gentests privat durchführen zu lassen.

Private Gentests

Leider ist nicht jeder Arzt offen für Gentests oder unsicher über dem Ablauf oder die Folgen für sein Budget. Es wird oft Verständnis gezeigt, aber manchmal wird einem nicht weitergeholfen. Deshalb besteht die Möglichkeit Gentests auch privat durchführen zu lassen, wobei es mehrere Möglichkeiten gibt.

Entweder man macht einen umfassenden internationalen Gentest oder veranlasst die Sequenzierung einzelner Gene privat in deutschen Laboren.

Bei Genuntersuchungen über die deutschen Krankenkassen wird das komplette Gen sequenziert, das bedeutet, dass alle möglichen derzeit bekannten Varianten, untersucht werden. Bei privaten internationalen Tests wird nicht das komplette BCHE Gen getestet. Es werden nur bestimmte Varianten (SNPs) getestet und nicht jeder der Tests zeigt die gewünschten Genvarianten an, deshalb habe ich hier eine Aufstellung verfasst.

Deutsche Labore

Im IPgD Labor aber auch bei anderen Laboren kann man das komplette BChE Gen als Selbstzahler untersuchen lassen. Die Preise findet man auf deren Webseite und belaufen sich für die Untersuchung des kompletten BCHE mit allen möglichen Varianten des Gens auf ca. 540 €.

Das Labor Genovia bietet neben der Sequenzierung des ganzen BCHE Gens für 400 €, die Möglichkeit an, die Hauptvarianten des Gens, also die A und die K Variante für 60 €, untersuchen zu lassen.

Internationale Gentests

Nicht jeder private Gentest bietet das BCHE Gen an, hier werden nur bestimmte Varianten (SNPs) untersucht. Ein Ausschluss der Hauptgene bedeutet nicht, dass man nicht doch eine seltenere Variante haben könnte, die ebenfalls Probleme bereiten kann. Auch mehrere Genvarianten in Kombination können verstärkt Probleme verursachen. Folgende Labore untersuchen bestimmte Varianten des BCHE Gens, die wichtigsten Varianten sind die A und K Variante (siehe BCHE Genvarianten). Das BCHE Gen selbst wird nicht direkt in der Gesundheitsauswertung angegeben. Man kann dies selbst in den Rohdaten, die jeder Anbieter zur Verfügung stellt auswerten oder über ein Portal, dass Auswertungen durchführt, manche Portale können kostenlos und ohne Registrierung genutzt werden (siehe unten).

23andme (99 €, 169 € mit Gesundheitsauswertung) testet die Hauptvarianten, man kann den Test mit oder ohne Gesundheitsauswertung bestellen. Folgende Varianten werden untersucht: K Variante (rs1803274), A Variante (rs1799807), rs1126680 in Kombi mit A oder K Variante, rs2668207 in Kombi mit A und K Variante, F2 Variante (rs28933390) and F1 Variante (rs28933389)

MyHeritage (89 €, keine Gesundheitsauswertung) bietet ebenfalls die Hauptvarianten A Variante (rs1799807), K Variante (rs1803274) des BChE Gens an, macht aber keine Auswertungen zu Gesundheitsdaten.

MTHFR UK (199 € Test, Auswertung 15 Pfund) testet die A Variante (rs1799807) und F1 (rs28933389) und F2 (rs28933390), zusätzlich werden noch rs121918558, rs104893684 und rs3495 getestet, zu denen ich bisher noch keinen Auswirkungen zuordnen konnte. Auf die Frage warum diese nicht die K Variante testen, wurde mir mitgeteilt, dass wenn das Ergebnis für die A Variante rs1799807 GG ist, man erwarten kann, dass die K Variante rs1803274 AA ist. A und K Variante werden oft Co vererbt.

Bei Ancestry werden die Hauptvarianten derzeit nicht untersucht.

Portale zur Auswertung von privaten Gentest

Bei allen privaten Anbietern können die Rohdaten aus dem Portalen heruntergeladen werden. Dies ist oft eine ZIP-Datei in der sich eine Textdatei (txt) befindet. Die ZIP-Datei kann in anderen Portalen hochgeladen werden (teilweise kostenlos, teilweise zu bezahlen).

Portale

Das einzig mir bekannte Portal, dass das BCHE Gen auswertet, ist Genvue. Die Rohdaten können dort ohne Login hochgeladen werden.
https://genvue.geneticgenie.org/

Die Rohdaten (ZIP-Datei, die jeder private Anbieter zum Download zur Verfügung stellt) können bei verschiedenen Portalen ausgewertet werden.

https://www.knowyourgenetics.com/
https://sequencing.com/
https://dna.land/
https://www.yourdnaportal.com/
https://codegen.eu/

Es gibt natürlich noch weitere Portale, die Auswertungen für eine Gebühr anbieten.

https://mthfr-genetics.co.uk/DNA/about-variant-report.html#REPORT-FEATURES-1

Falls jemand gute Erfahrungen mit Genauswertungen hat, kann mir gerne eine E-Mail schreiben.
Weitere Informationen zu Genen sind in der Facebookgruppe MTHFR Genmutation Deutschland zu finden.
Die Portale haben natürlich alle ihre eigenen Datenschutzbestimmungen.

Selbstauswertung

Möchte man die BCHE Varianten selbst auswerten, kann die ZIP Datei entpackt (Doppelklick) werden. Die darin enthaltene txt-Datei kann dann abgespeichert werden (kopiert). Die txt-Datei öffnen und den vollständigen Inhalt markieren und in Excel oder Word kopieren (Strg A, Strg V oder per Maus). Die gespeicherte Word oder Excel Datei kann über die Suche (Strg F) unter Eingabe der Varianten (SNPs) rs1803274 für die A Variante (siehe oben oder unter Genvarianten) durchsucht werden. Die Buchstaben hinter der Variante sagen aus, ob diese Variante normal ist, man Träger einer Kopie davon oder zwei Kopien davon trägt (Auswertung siehe Genvarianten).

Informationen zu internationalen Gentests und welche Tests wirklich sinnvoll sind, sind auch in der MTHFR Genmutation Deutschland Facebookgruppe zu finden.

Messung der Menge der Cholinesterase (CHE)

CHE (Cholinesterasen) werden routinemäßig vor einer OP untersucht, bei Verdacht auf Vergiftung mit Insektiziden oder bei einer Verlaufskontrolle der Leistungsfähigkeit der Leber ebenfalls. Die Cholinesterase kann im Blut gemessen werden, normalerweise wird im Serum gemessen. 1

Ein genetisch bedingter BChE Mangel kann mit dem CHE Wert nicht festgestellt werden!

Die Werte von CHE werden in Units (Einheiten) pro Liter angegeben, die Grenzwerte werden für Frauen, Schwangere und Männer und auch in verschiedene Altersgruppen angegeben, da sich der CHE altersabhängig und hormonbedingt ändert. Die Grenzwerte schwanken, abhängig vom Labor, deshalb gebe ich hier keine Werte an.

Ein nicht erblicher Cholinesterasen (CHE) Mangel mit erhöhter Sensitivität gegenüber Medikamenten, Betäubungsmitteln oder Lebensmitteln kann ebenfalls auftreten. Dieser kann durch die Messung von CHE im Blut erfolgen, die Werte können aufgrund unten stehender Umstände erniedrigt sein.

CHE Mangel – nicht erblich

  • während oder nach der Schwangerschaft (auf 75 % des Ausgangswertes)
  • Neugeborene
  • chronische Lebererkrankungen wie Entzündungen an der Leber, Leberzirrhose, Leberstauung
  • chronische Entzündungen (z. B. im Darm)
  • Verbrennungen
  • Störungen des Säure-Basen-Haushalts
  • Operationen
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • autoimmune Erkrankungen der Haut und Muskeln (Kollagenosen)
  • Myokardinfarkt
  • Blutvergiftung
  • schwere Blutarmut
  • Tuberkulose
  • Harnvergiftung
  • hormonelle Verhütung
  • Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch
  • Vitamin B12 Mangel
  • Cortison
  • Tetanus
  • Psychopharmaka
  • Krebstherapie
  • Tumore (an der Leber)
  • akute Vergiftungen mit Organophosphaten und Carbamaten (Pestizide, Insektizide und mehr)
  • Fume Event in Flugzeugen
  • Nervengasvergiftungen

CHE Werte erhöht

  • Proteinverlustsyndrom
  • unkomplizierte Fettleber
  • Störung des Abbaus von Bilirubin = Gallenfarbstoff (Morbus Meulengracht)
  • Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Triglyceriden
  • Fettleibigkeit
  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsenüberfunktion

Messung der Aktivität der Cholinesterasen

Einige BCHE Varianten können mit einem Enzymaktivitätstest über die Dibucain Zahl (Betäubungsmittel auf Amidbasis) oder Fluorid Zahl (Salze der Fluorwasserstoffsäure) getestet werden, aber leider nicht alle Varianten. 2,3

Durch die Messung der Aktivität können nur die Hauptvarianten eingegrenzt werden, dies ersetzt aber keine Genuntersuchung!

Die Aktivitätsmessung der Cholinesterasen erfolgt ebenfalls im Blut. Diese Messung ermöglicht es, die vorhandene Enzymaktivität der Acetylcholinesterase (AChE) und der Butyrylcholinesterase (BChE) zu messen. Dies wird meist nur durchgeführt, wenn die Cholinesterase durch äußere Einflüsse wie durch Cholinesterasehemmer durch Nervengase, Pestizide o. ä. beeinflusst wurde.

Ablauf der Messung der BChE Aktivität

Zur Bestimmung der AChE werden rote Blutkörperchen (Erythrozytenmembranen) im Serum mit dem Substrat Acetylthiocholiniodid vermischt.
Zur Bestimmung der CHE (BChE, Pseudocholinesterase, Plasmacholinesterase) wird das Plasma direkt mit dem Substrat vermischt.
Acetylthiocholin wird durch die jeweilige Esterase zu Acetat (Ester der Essigsäure) und Thiocholiniodid umgesetzt. 4-9
Thiocholinodid bildet mit einer bestimmten Benzoesäure (DTNB; Ellmanns Reagenz) einen gelben Farbstoff. Die Enzymaktivität ergibt sich aus der Geschwindigkeit der Bildung des Farbstoffs. Man misst die Abschwächung der Farbintensität viermal und bildet einen Mittelwert/einen Durchschnitt der Differenz der Abschwächung des Farbstoffs (gemittelte Extinktionsdifferenz), aus der man die Enzymaktivität berechnen kann. Diese Messung erfolgt mit der Ellmann Methode. 9-11

Cholinesterase
Diagnose
Wikipedia, Structure of the BCHE protein. Based on PyMOL rendering of PDB 1p0i. Emw, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Die Zugabe eines Hemmstoffes dieser Reaktion erlaubt eine Differenzierung von atypischen Varianten. Dibucain, ein Lokalanästhetikum, welches als Aminoamid selbst nicht von der Butyrylcholinesterase metabolisiert wird, hemmt die Aktivität der normalen Butyrylcholinesterase fast vollständig. Der Grad der Hemmung wird als sogenannte Dibucainzahl angegeben. Der Normalwert der Dibucainzahl ist >70.

Die Aktivität der atypischen Variante hingegen wird durch die Zugabe von Dibucain kaum beeinträchtigt. Bei homozygoten Anlageträgern der atypischen Plasmacholinesterase beträgt die Hemmung weniger als 30% (Dibucainzahl <30). Heterozygote Patient*innen haben Dibucainzahlen zwischen 30 und 70. Die fluoridrestistente Form der Plasmacholinesterase wird, im Gegensatz zum normalen Enzym, nicht durch Fluoridionen gehemmt. Analog zur Dibucainzahl gibt hier die Fluoridzahl den Grad der Hemmung nach Zugabe von Natriumfluorid wieder. 12

Dibucain-Zahl
normal: > 70 %
intermediär: 30-70 %
atypisch: < 30 %

Fluorid-Zahl
normal: > 55 %
intermediär: 40 – 55 %
atypisch: < 40 %

In folgenden Laboren kann die Aktivitätsmessung beauftragt werden.

Labor Bioscientia https://www.bioscientia.info/diagnostik-app/de/labortests/dibucain-hemmung-d-cholinesterase/?a=listing&leistung_nr=8290

Labor Münster https://www.labor-muenster.de/leistungsverzeichnis/?tx_laboratoryeditor_pi1%5Bs_uid%5D=46546

Eine routinemäßige Messung der Aktivität der Cholinesterasen würde Krankenhäuser immense Kosten ersparen und vielen Patient*innen unnötige Probleme!

Bei einer 4-jährigen Studie von fast 25.000 Patienten in einem Schwerpunktkrankenhaus wurde festgestellt, dass mehr Personen als in der üblichen Literatur erwähnt (1:1.400) Träger der A Variante sind und es wirtschaftlicher wäre, eine routinemäßige Untersuchung der Dibucain- oder Fluoridzahl zu erheben, da dadurch die Verhinderung einer verlängerten neuromuskulären Blockade und der daraus resultierenden Beschwerden infolge atypischer Cholinesterasen verhindert werden können. 13

Erholungszeit von BChE und AChE nach Hemmung

Die Plasma BChE Aktivität ist nach Hemmung nach 40 Tagen wieder normal. Die AChE Aktivität in den roten Blutkörperchen benötigt 92 Tage um wieder auf den Ursprungswert zu kommen. 14

Differentialdiagnosen

Neben den oben genannten nicht genetisch bedingten Ursachen die einen CHE Mangel auslösen können, wie zum Beispiel eine chronische Lebererkrankung oder eine Schilddrüsenunterfunktion und mehr (siehe CHE Mangel), müssen auch bestimmte Differentialdiagnosen des anticholinerges oder akuten cholinergen Syndroms beachtet werden (siehe Symptome). Aber auch Nahrungsmittelallergien, Histaminintoleranz, Salicylatintoleranz, Latex- oder Kolophonium Allergie oder Vergiftungen durch Solanin durch Nachtschattengewächse wie Kartoffeln oder eine Salicylat Intoxikationen (wie mit Aspirin) müssen geprüft werden.

Bei einem BChE Mangel sind Muskel- und Gelenksschmerzen typische Symptome. Schmerzen treten speziell im Nackenbereich und in der Hüfte auf, aber auch Muskelschwäche, Muskelzuckungen, Lähmungen (auch einseitig) sind möglich, auch trockene Augen und kein Speichel sind bei einem anticholinergen Syndrom oder bei einer Salicylatintoleranz typisch. Aber auch andere mögliche Differentialdiagnosen sollten abgeklärt werden.

MCAS – Mastzellenaktivierungssyndrom

Bei MCAS muss die idiopathische MCAS, bei der Mastzellen ohne einen bestimmten Auslöser Mediatoren wie Histamin, Tryptase, Prostaglandine, Leukotriene und mehr freisetzen und eine sekundäre MCAS unterschieden werden. Die Mediatoren rufen Symptome wie neurologische Beschwerden, Hautausschläge und Jucken, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Pulsabfall und noch mehr aus. Die Diagnose ist schwierig, neben Laborwerten wie die Serum-Tryptase und Chromogranin, Urinproben (N-Methylhistamin) und Gewebeproben (Stufenbiopsien aus dem Magen-Darm-Trakt) werden auch Antikörper gegen CD25, gemessen. Eine sekundäre MCAS kann aufgrund von Allergien o.ä. auftreten, aber auch an eine primäre Mastzellenerkrankung (Mastozytose) muss gedacht werden.

Bei einem BChE Mangel sind sekundäre Symptome aufgrund von zu viel Acetylcholin möglich. Acetylcholin bringt die Mastzellen zur Degranulation (Ausschüttung von Mediatoren), genauso wie einige Betäubungsmittel.

MCS – Multiple Chemikalienunverträglichkeit oder oder idiopathische Umweltintoleranz

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Multiple_Chemikalien-Sensitivit%C3%A4t

Eine multiple Chemikalienunverträglichkeit MCS ist eine schwere chronisch inflammatorische Multi-Systemerkrankung bei der man bereits bei sehr geringen Konzentrationen auf Chemikalien und Umweltbelastungen Beschwerden bekommt.

Es gibt verschiedene Stadien, im stärkstem Stadium sind Patienten arbeitsunfähig und im täglichen Lebensunterhalt stark eingeschränkt. Können Betroffene z. B. aus finanziellen Gründen nicht ihre Wohnung renovieren, kann dies dazu führen, dass tägliche Dinge wie Einkaufen, Essenszubereitung und Körperhygiene nicht mehr selbstständig durchgeführt werden können. Das Endstadium entspricht der Pflegestufe II bis III.

MCS – mögliche Auslöser

Bisher existieren keine gesicherten Erkenntnisse zu MCS. Es wurden verschiedene Mechanismen zur Entstehung von MCS vorgeschlagen, wie Störungen von immunologischen bzw. allergischen Prozessen, Änderungen der Funktion des Nervensystems, Veränderungen von biochemischen Prozessen oder Veränderungen von psychologischen Funktionen zuordnen lassen.

Das Robert Koch Institut hat im Auftrag des Umweltbundesamtes mehrere Studien zum MCS-Syndrom durchführen lassen. Es ist weiterhin unklar, ob MCS als ein eigenständiges Krankheitsbild auftritt.

Winder, C. (2002). Mechanisms of multiple chemical sensitivity. Toxicology letters, 128(1), 85-97.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378427401005367?via%3Dihub

Eis et al. The German multicentre study on multiple chemical sensitivity (MCS). International journal of hygiene and environmental health, 211(5), 658-681. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1438463908000230?via%3Dihub

MCS Symptome

MCS Betroffene leiden unter Atemnot, Augenbrennen, -schwellungen, -brennen, Knochen- Gelenks- und Kopfschmerzen, Muskelschwäche, Ödeme, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Schwitzen, Grippesymptome, Erschöpfung, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Angstgefühle, Depressionen, Geruchsempfindlichkeit, Geschmacksstörungen, Ohrengeräusche (Tinnitus) und mehr.

Symptome treten häufig gleichzeitig auf. Je früher man die Diagnose erhält, desto eher können auslösende Faktoren gemieden werden und man hat Aussicht auf grundlegende Verbesserungen der Symptome.

Betroffene berichten über starken Einschränkungen in der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, auch das Erledigen alltäglicher Arbeiten und soziale Kontakte sind problematisch. Der Leidensdruck ist sehr hoch, es führt oft zur sozialen Isolation.

MCS ist keine psychosomatisch Erkrankung, die man mit Desensibilisierung bzw. Konfrontationsmethoden weg therapieren kann. Dies führt in der Regel zur Verschlimmerung des Zustandes, da der Körper diese Stoffe nicht entgiften kann und die Entzündungsmechanismen noch verstärkt werden.

MCS Unverträglichkeiten

MCS Betroffene haben oft Textilunverträglichkeiten, Probleme mit Baumaterialen, Wand- und Bodenbelägen, Anstrichen, Möbel, Dentalwerkstoffe, Umweltchemikalien. Unverträglichkeiten gegenüber flüchtigen und gasförmigen Arzneimittel, Narkosemittel und Anästhetika speziell gegen Thiopental, Lidocain oder Morphin. Eine Verwendung dieser Stoffe führt zur Verengung der Luftwege, Störungen im Herz-Kreislauf-System, orthostatsiche Intoleranz, Panikattacken, Schüttelanfälle und mehr. Auch Duftstoffe werden mit MCS nicht vertragen.

MCS Diagnose

Die multiple Chemikaliensensitivität wird mit dem Diagnosethesaurus mit der (ICD 10) Schlüsselnummer T78.4 erwähnt, die Diagnostik stützt sich auf vier Pfeiler, Erhebung der Krankengeschichte, Differentialdiagnostik, Simultandiagnostik (körperlich und psychosozial – Wechselwirkungen) und die Zusammenhangsbeschreibungen zwischen den auftretenden Beschwerden und den auslösenden Chemikalien.

Weitere Informationen sind unter auf der Seite des Vereins der MCS Initiative zu finden.

Es gibt verschiedene Marker für MCS, wie die Entgiftungskapazität, Belastungsparameter, Parameter für oxidativen und nitrosativen Stress, antioxidative Kapazität und Stresshormon-Status. Aber auch ein Immuntoleranztest (ITT) zur Testung von Zytokinen, Interleukinen und TNF-alpha können MCS und CFS abgrenzen. Bei MCS liegt eine hohe Konzentration von Interferon Gamma vor, sowie eine geringe an Zytokin II-2, bei CFS ist es genau umgekehrt. Zur Differentialdiagnostik wird der Lymphozytentransformationstest empfohlen. Zeigen sich im ITT und LTT auf eine bestimmte Chemikalie positive Ergebnisse, ist von einer chronisch-allergischen Typ-IV-Sensibilisierung auszugehen. Sollte jedoch nur der ITT positiv sein, liegt MCS als Erkrankung vor.

Die hier genannten Auslöser und Symptome sind eigentlich von dem eines BChE Mangels nicht zu unterscheiden. Lidocain wird nicht nur bei MCS nicht vertragen, sondern auch bei BChE und MCAS, es hemmt die Cholinesterasen und aktiviert die Mastzellen (siehe Arten von Betäubungsmittel).

ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom

ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung. Das komplexe Krankheitsbild darf nicht mit dem Symptom Fatigue verwechselt werden, das bei vielen chronisch-entzündlichen Erkrankungen auftritt. ME/CFS führt bei einem Viertel der Betroffenen dazu, dass sie nicht mehr das Haus verlassen können, viele sind bettlägerig und auf Pflege angewiesen, ca. 60 % sind arbeitsunfähig.

Die Faktoren die zu ME/CFS führen, sind noch nicht vollständig verstanden.

ME/CFS Ursachen

Bei ME/CFS treten Dysregulation des Immunsystems, Hormonsystems, des autonomen Nervensystems und des zellulären Energiestoffwechsels auf. 2/3 der Fälle werden durch eine Infektion wie z. B. mit Epstein-Barr-Virus (EBV), Herpesviren, Enteroviren, Influenza, Dengueviren, Bakterien (Borrelien, Chlamydien, Legionellen, Coxiellen) und mehr sind als Auslöser möglich. Aber auch HWS-Trauma, Operationen, Schwangerschaften und besonders körperliche Anstrengungen oder psychische Belastungen können Ursachen für ME/CFS sein.

Aber auch die Genetik darf man hier nicht vergessen, denn auch Interleukin 1, TNF alpha, Interferon Gamma und NLRP3 können ein Grund für CFS sein.

ME/CFS Symptome

Betroffene leiden unter Symptomen des autonomen Nervensystems wie Herzrasen, Schwindel, Benommenheit, Blutdruckschwankungen, orthostatischen Intoleranz – sitzen oder stehen für längere Zeit ist nicht möglich. Hinzu kommen ein starkes Krankheitsgefühl, schmerzhafte, geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen, Atemwegsinfekte, erhöhte Infektanfälligkeit. Viele haben ausgeprägte Schmerzen in Muskel, Gelenken und Kopf, hinzu kommen Muskelzuckungen und Krämpfe, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Merk- und Wortfindungsstörungen, Brain Fog, Überempfindlichkeit auf Sinnesreize. Schwer Betroffene liegen in abgedunkelten Räumen und können sich nur flüsternd mit Angehörigen verständigen.

Bei einem BChE Mangel sind ein Großteil der bei ME/CFS genannten Symptome ebenfalls zu finden.

Als Leitsymptom gilt schwere Fatigue und eine Intoleranz von Belastungen. Das bedeutet eine verzögert auftretende massive Verschlimmerung von Beschwerden, auch nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung, die Tage bis Wochen andauern können.

ME/CFS Diagnose

Es gibt einen eindeutig definierten Symptomkomplex und ME/CFS ist klinisch über eine ausführliche Anamnese diagnostizierbar. Hierfür werden die internationalen Konsenskriterien (ICC) oder kanadischen Konsenskriterien (CCC) herangezogen. Betroffene müssen mindestens ein Symptom aus mehreren Kategorien in den Bereichen Neurologie, Immunsystem bzw. Magen-Darm-Trakt, Energiestoffwechsel/-transport haben. Mögliche Autoimmunerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen oder Krebs müssen ausgeschlossen sein. Fibromyalgie, Reizdarm, Hashimoto, Thyreoditits und Endometriose gehen mit CFS einher. Die Diagnose darf erst gestellt werden, wenn Symptome länger als 6 Monate dauern, um eine postinfektiöse Fatigue ausschließen zu können.

Die Faktoren die zu ME/CFS führen sind noch nicht vollständig verstanden. Es wurde häufig eine Immundysregulation mit Veränderungen der Zytokinprofile und Immunglobulinspiegel (vermindert oder erhöht), des T- und B-Zell Phänotyps und einer verminderten Funktion der natürlichen Killerzellen. ME/CFS kann auch aufgrund vorangegangener Infektionen eine autoimmune Ursache aufweisen, da auch Antikörper nachweisbar sind.

Genetisch bedingte Gründe für ME/CFS können Veränderungen von Interleukin 1, TNF-alpha, Interferon gamma oder NLRP3 sein. https://www.geneticlifehacks.com/always-tired-genetic-reasons-for-fatigue/

Neurotransmitter-Rezeptor-Autoantikörper sind bei ca. 30% der Patienten mit ME/CFS nachweisbar

CFS Patienten haben im Vergleich zur Kontrollgruppe bei postinfektiösen ME/CFS Autoantikörper (AAk) gegen verschiedene Antigene, einschließlich Neurotransmitter Rezeptoren festgestellt. Die Neurotransmitter Rezeptoren gehören zur Gruppe der GPCR (G-Protein-gekoppelten Rezeptoren) wie adrenerge und muskarine Rezeptoren. Die Tests zur quantitativen Bestimmung von AAk gegen β1- und β2-adrenerge Rezeptoren und M3- und M4- muskarinerge Acetylcholin-Rezeptoren (mAChR) stehen im IMD Labor zur Verfügung. GPCR sind im Zellmembran zuständig für die Wahrnehmung und Weiterleitung von Reizen ins das Zellinnere.

Antikörper können nach Bindung an ihre jeweiligen Rezeptoren sowohl agonistisch als auch antagonistisch wirken. Diese Antikörper spielen eine Rolle bei mehreren Autoimmunerkrankungen. Diese Autoantikörper verändern die Funktion der Zielzellen. Sie gehören zu einem regulatorischen Netzwerk, das bei zahlreichen Erkrankungen dysreguliert ist und somit an der Entstehung von Autoimmun- und Nicht-Autoimmunerkrankungen beteiligt. AAk gegen mAChR werden mit Muskelschwäche und neurokognitiven Störungen in Verbindung gebracht.

Auch bei Long-COVID konnten zahlreiche AAk nachgewiesen werden, unter anderem gegen verschiedene G-Protein-gekoppelte-Rezeptoren (GPCR). Laufende Studien dazu werden zeigen, ob diese GPCR-AAk z.B. ursächlich für die Symptompersistenz sind.

Beispiele für solche Signalmoleküle sind Nichtsteroidhormone, Neurotransmitter, Geruchsstoffe und (im Fall von Rhodopsin) sogar Licht.

Circa 50 % aller Arzneimittel wirken über die Bindung an GPCR Rezeptoren. Wie unter BChE Mangel beschrieben, bestehen GPCRs aus 7 membranüberspannende Helices. Es gibt zwei Arten von Liganden für GPCRs: Liganden, die den Rezeptor für die Signalübertragung aktivieren („Agonisten“), und Liganden, die den Rezeptor vorübergehend inaktiv machen („Antagonisten“).

Autoantikörper gelten nicht als beweisend, können aber unterstützend zur Diagnosestellung von ME/CFS herangezogen werden. Unauffällige AAk-Befunde schließen das Vorliegen von ME/CFS nicht aus, da nur bei 30 % der Patienten Neurotransmitter-Rezeptor AAk aufweisen.

Sowohl das sympathische als auch das parasympathische Nervensystem werden durch GPCR-Signalwegen reguliert, die für die Steuerung vieler automatischer Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz und Verdauungsprozesse verantwortlich sind.

Weitere Informationen sind bei der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS zu finden.

Bei BChE spielen die nikotinergen und muskarinen (M1-M5) Rezeptoren eine große Rolle.
Die für ME/CFS genannten Antikörper gegen die M3 und M4 Rezeptoren haben wie unter BChE Mangel bereits erwähnt Einfluss auf den Kreislauf, die Bronchien, den Magen und damit die Salzsäure und sind am Schmerzgeschehen und mehr beteiligt.

Meine These:
Bei Blockaden der M-Rezeptoren werden nachfolgende sekundäre Zyklen unterbrochen wie die Adenylatzyklase oder die camp Produktion aus ATP (Adenosintriphosphat = stellt in jeder Zelle eines Lebewesens Energie her). Camp aktiviert als second messenger wiederum verschiedene Enzyme.
Also in beiden Fällen, bei BChE und CFS, haben nicht funktionierende Rezeptoren (ob durch AAk oder Hemmung durch Fremdstoffe) einen großen Einfluss. Vermutlich sind die nachgeschalteten Abläufe der Grund, warum man nach einer Blockade der M-Rezeptoren so lange braucht um wieder auf die Beine kommt.

ME/CFS Behandlung

Derzeit gibt es bisher keine zugelassene kurative Behandlung oder Heilung.

Sjögren

Sjögren ist eine entzündliche rheumatische Autoimmunerkrankung der Tränen- und Speicheldrüsen (Austrocknung der Augen, Mund, Nase, Genitalien), kann aber auch Magen-Darm-Störungen und Muskel- und Gelenksschmerzen verursachen. Sjögren kann durch Blutuntersuchungen nicht immer festgestellt werden und ist somit oft eine Ausschlussdiagnose. Die Ursachen für Sjögren sind noch nicht erforscht, es ist eine Autoimmunerkrankung, die oft gemeinsam mit anderen Rheumaformen auftritt. Bis zur Diagnose vergehen oft Jahre.

Symptome

  • Trockener Mund, trockene Augen, bei Frauen trockene Scheidenschleimhaut (Sicca-Syndrom)
  • Starke Erschöpfung
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Vorübergehend geschwollene Speicheldrüsen und Halslymphknoten
  • trockene und juckende Haut
  • Durchblutungsstörungen in den Fingern (Raynaud-Syndrom)
  • Schlafstörungen
  • Sjögren greift in seltenen Fällen auch Lunge, Niere, Magen-Darm-Kanal oder die Nerven an. Auch die Blutgefäße entzünden sich (Vaskulitis)

Diagnose

Es werden Funktionstest zur Speichel- und Tränenflüssigkeit durchgeführt (Schirmer-Test, Saxon-Test). Die Speicheldrüsen werden per Ultraschall, Szintigraphie, Sialographie oder Kernspintomographie untersucht. Mit einer Lippenbiopsie werden kleinen Speicheldrüsen entnommen und analysiert. Durch Blutuntersuchungen wird der ANA Titer oder Rheumafaktoren und Sjögren-Syndrom-Antikörper (Anti-Ro, Anti-La) untersucht. Antikörper werden nur bei 30 % der Betroffenen gefunden, diese sind auch manchmal bei systemischen Lupus erythematodes nachweisbar.

Bei einem BChE Mangel treten oft trockene Augen und ein trockener Mund und Magen-Darm-Störungen, genauso wie Muskel- und Gelenksschmerzen auf, diese können durch Gifte wie Solanin oder Salicylate ausgelöst werden, die mit einem BChE Mangel nicht abgebaut werden können. Aber auch bestimmte Medikamente wie Cortison oder Antihistaminika können Augen- und Mundtrockenheit verursachen.

Fibromyalgie

Fibromyalgie Schmerzen am ganzen Körper, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schwellungen sind typische Symptome. Es findet sich kein körperlicher Befund, als Ausschlussdiagnose werden 18 Schmerzpunkte getestet, wenn von diesen 11 besonders empfindlich sind, kann die Diagnose gestellt werden.

Bei einem BChE Mangel treten oft Muskel- und Gelenksschmerzen, aber auch Magen-Darm-Beschwerden aufgrund von Giften wie Solanin oder Salicylaten auf, die nicht abgebaut werden können. Typische Schmerzpunkte sind bei einem BChE Mangel im Nacken und in der Hüfte.

Schlaganfall

Schlaganfälle sind plötzliche Durchblutungsstörungen im Gehirn, wodurch den Gehirnzellen zu wenig Sauerstoff zur Verfügung steht, dabei treten Sprachstörungen, Sehstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Gangunsicherheiten oder sehr starke Kopfschmerzen auf. Dabei muss man sehr schnell handeln und sofort einen Arzt rufen (FAST Test – lächeln, Arme nach vorne strecken und Handflächen nach oben drehen, einfachen Satz nachsprechen, unverzüglich Arzt 112 rufen).

Bei einem BChE Mangel können ebenfalls alle der oben genannten Symptome auftreten.

Epilepsie

Bei Epilepsie sind einzelne Hirnbereiche übermäßig aktiv, dies löst epileptische Anfälle aus, dabei zucken entweder einzelne Muskeln oder der ganze Körper krampft, dabei verliert man das Bewusstsein.

Bei einem BChE Mangel treten ebenfalls Muskelkrämpfe in verschiedenster Stärke auf, oft sind die Symptome schwer auseinanderzuhalten und gerade wenn die Ursachen nicht bekannt sind. Bei einem BChE Mangel sollen anticholinerge Medikamente wie Neuroleptika (Droperidol oder Haloperidol) vermieden werden, weil diese Medikamente die Cholinesterasen oder die Rezeptoren hemmen.

Wie man sieht, werden viele der hier genannten Krankheiten per Ausschlussverfahren diagnostiziert. Ich bin der Meinung, dass viele davon in irgendeiner Art und Weise zusammenhängen!


Weitere allgemeine Informationen zu Genen und Genvarianten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Literatur

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2. A. M. Gressner, et al. Pseudocholinesterase. Springer Medizin Verlag GmbH & Springer Verlag GmbH, Teile von SpringerNature. Updated November 8, 2017. https://www.springermedizin.de/emedpedia/lexikon-der-medizinischen-laboratoriumsdiagnostik/pseudocholinesterase?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-49054-9_2585. Accessed February 14, 2021

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10. Wikipedia. Available at: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ellmans_Reagenz&oldid=189072480. Accessed February 28, 2021

11. Wikipedia. Available at: https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Ellman’s_reagent&oldid=995987475. Accessed February 28, 2021

12. Available at: https://anaesthesie.meduniwien.ac.at/anaesthesie-b/patientinneninformationen/pharmakogenetische-ambulanz/atypische-cholinesterase/. Accessed April 13, 2021

13. Pestel G, et al. Anaesthesist. 2003;52:495-499

14. Lockridge O, et al. Chemical Research in Toxicology. 2016;29:1381-1392